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1933-1934
Heinrich Meyer (1877-1960) kommt im Jahr 1877 im Häuslingshaushalt seiner Eltern in Brochdorf zur Welt. Sein Vater ist in Ebbingen bei Walsrode gebürtig, seine Mutter stammt aus Brochdorf. 1902 heiratet Heinrich Meyer Marie Stöckmann aus Kroge bei Fallingbostel. 1903 kommt Heinrich Meyer als Landarbeiter und Pächter mit seiner Familie nach Schwalingen, wo sein älterer Bruder seit 1891 verheiratet ist und eine Anbauerstelle besitzt. Er ergreift die Gelegenheit, sich selbstständig zu machen, als 1906 der Vollhof "Schnier" zersplittert wird. Heinrich Meyer ersteigert einige Grundstücke und gründet noch im selben Jahr die Anbauerstelle "Bargmeyer". Mit 37 Jahren wird er 1914 als Landsturmmann zum Kriegsdienst befohlen wird. Zwischen den Kriegen verbessert Heinrich Meyer sein Einkommen aus der Landwirtschaft seines Hofes durch Lohnfuhren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übergibt Heinrich Meyer seine Anbauerstelle seinem Sohn Karl Meyer. Mit 82 Jahren stirbt Heinrich Meyer 1960 in Schwalingen.
1935-1944
Friedrich Lünzmann "Peter-Fiddie", wird 1906 in Schwalingen auf der Anbauerstelle "Peter-Hus" geboren. Sein Vater Hinrich Christoph Lünzmann kam auf die Anbauerstelle "Peter-Hus" durch Heirat der Erbin Anna Sophie Schlumbohm. Er ist der Halbbruder des Schwalinger Halbhöfners "Born", Hinrich Friedrich Lünzmann. Im März 1941 heiratet "Peter-Fiddie" Mariechen Wittenberg aus Obereinzingen im Kreis Fallingbostel. Die Ehe bleibt kinderlos. Wenige Monate später überfallt die deutsche Wehrmacht. "Peter-Fiddie" erhält seinen Gestellungsbefehl. Er versucht verzweifelt, sich durch einen Schuss in die linke Hand dem Kriegsdienst an der Front zu entziehen. Wenig später ist er wegen "Zersetzung der Wehrkraft" zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Es ist anzunehmen, dass Friedrich Lünzmann in eines der sogenannten "Emslandlager" kam. Sie werden seit Kriegsbeginn 1939 auch von Sondergerichten zur Unterbringung verurteilter Wehrmachtsangehörige genutzt. Die Gefangenen, die sich selbst „Moorsoldaten“ nannten, wurden bei der Kultivierung der emsländischen Moore zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die Lager sind wegen ihrer schlechten Lebensbedingungen berüchtigt: Die Gefangenen litten unter hygienischer Vernachlässigung, Kälte, mangelhafter Ernährung, Ausbeutung ihrer Arbeitskraft und unter körperlich-seelischen Misshandlungen durch die Wachmannschaften. Friedrich Lünzmann stirbt 3 Jahre nach seiner Verurteilung 1944 im Zuchthauslazerett Celle. 1950 verheiratet sich die Witwe Mariechen Lünzmann geb. Wittenberg in 2. Ehe nach Siek, Im selben Jahr wird die Anbauerstelle "Peter-Hus" von der Erbengemeinschaft Lünzmann dem in Westpreußen gebürtigen Schneider Franz Otto verkauft. Er ist seit 1947 mit der ältesten Tochter von Friedrich Gebers, Anbauer "Harm" in Schwalingen. verheiratet, Liesbeth Gebers.
1939-1948
August Eggers kommt 1889 in Brochdorf zur Welt. Mit 4 Jahren zieht er mit seinen Eltern nach Schwalingen, als sein Vater 1893 die Anbauerstelle "Nelsen" pachtet. Er besucht die Volksschule in Schwalingen. Anschließend erlernt er das Schlachterhandwerk. Im Juli 1913 heiratet August Eggers Emma Ida Brandes aus Wittorf bei Visselhövede. Ihr Sohn Ernst Eggers wird im September 1913 in Wittorf geboren. Den Ersten Weltkrieg überlebt August Eggers unversehrt. 1919 gründet er eine eigene Hofstelle in Schwalingen, Anbauer "Johann". Inzwischen hat er die Meisterprüfung im Schlachterhandwerk abgelegt. Er ist als Hausschlachter auf den Höfen im Dorf und der Umgebung unterwegs. Seine Ehefrau erkrankt und stirbt nach "langem Siechtum" im November 1935. Auch nach Beginn des Zweiten Weltkrieges ist August Eggers weiterhin als Hausschlachter in Schwalingen und Umgebung tätig. Offenbar hilft er auf den Höfen auch bei den verborgenen Schwarzschlachtungen. 1943, als die Versorgungslage an der Front und in der Heimat sich dramatisch verschlechtert, zeigt ihn einer seiner Volksgenossen dafür bei den NS-Behörden an. Ende 1943 wird August Eggers nach Kriegssonderstrafrecht auf der Grundlage der Kriegswirtschaftsverordnung wegen "kriegsschädlichem Verhalten" zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Er kommt in das Zuchthaus Hameln, wo er schon bald darauf, im Februar 1944 im Zuchthaus-Lazarett stirbt. Er wurde 54 Jahre alt. Sohn Ernst Eggers wird, wie sein Vater, Schlachter in Schalingen. Im Zweiten Weltkrieg ist er Soldat der Wehrmacht. 1945 heiratet er Else Röhrs, sie ist in Ilhorn gebürtig. Ihr Vater stammt aus Lieste, ihre Mutter, geborene Brockmann, aus Vahlzen.
1939-1948
Richard Steine wird 1920 auf der Neubauerstelle "Harm-Steinke" in Schwalingen geboren. Sein Vater Otto Steinke, in Timmerloh bei Soltau gebürtig, hatte den Hof 1912 erworben und sich hier angesiedelt. Richard Steinke erlernt bei seinem Vater die Landwirtschaft. Im Zweiten Weltkrieg wird er 1940 zur Wehrmacht eingezogen und ab 1941 an der Ostfront eingesetzt. Hier wird er im Oktober 1941 schwer verwundet, was Lazarettaufenthalte bis Herbst 1943 zur Folge hat. Er ist anschließend frontuntauglich. Von Herbst 1943 bis Februar 1945 wird Richard Steinke in der Gefangenenbewachung in Grauen eingesetzt. Von März bis Mai 1945 dann doch wieder Fronteinsatz in einem Brückenkopf bei Stettin. Es folgt britische Gefangenschaft bis Juni 1945 im Lager Eutin. Im Juni 1945 kehrt Richard Steinke nach Hause zurück. 1949 verheiratet sich Richard Steinke mit der im nachbarlichen Sprengel gebürtigen Elli Warnke. Da sein älterer Bruder 1944 an der Ostfront gefallen ist, übernimmt Richard Steinke die Neubauerstelle "Harm-Steinke" von seinem Vater und bewirtschaftet sie mit seiner Familie bis in die 1980er Jahre. 1949 ist Richard Steinke Gründungsmitglied der Freiwiliigen Feuerwehr Schwalingen, 1955-1958 Ortsbrandmeister. 1968-1974 ist er von den Schwalinger Wählern in den Rat der Gemeinde Schwalingen gewählt. Richard Steinke stirbt mit 97 Jahren im Juni 2016 in Soltau.
- 2026 Heinrich Friedrich Meyer  1877 - 1960 Willi Richard Steinke 1920-2018