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Lehrer Hans Klinge 1892 - 1962
Otto Gebers 1897 - 1971
1929-1945
Im Organisationshandbuch der NSDAP ist die Gliederung oder Hierarchie der Partei nach dem „Führerprinzip“ festgelegt. Dem „Führer“ sind danach die Reichsleiter nachgeordnet. Es folgen die Gauleiter, denen die Kreisleiter unterstellt sind, sie führen die Ortsgruppenleiter. Die Ortsgruppen können in Zellen oder Stützpunkte untergleidert sein. Am unteren Ende der Hierachie finden sich die durch die übergeordneten Stellen geführten Mitglieder der Partei wieder. Schon in den späten 1920er Jahren bildet sich diese Parteiorganisation der NSDAP im Deutschen Reich aus. Sie steht unter Beobachtung der Politischen Polizei der preußischen Regierungspräsidenten, wie es das Republikschutzgesetz von 1922 festlegt. Aus deren Berichten ist auch die Entwicklung der politischen Organisation der NSDAP in unserer Gegend zu erkennen; sie setzt mit der Gründung der Ortsgruppen Tewel und Neuenkirchen im Jahre 1930 ein. Im Dezember 1931 meldet der Inspektionsbericht der NS-Reichsleitung: Die Ortsgruppe Tewel wird von dem Pflugköthner Heinrich Witte als Ortsgruppenleiter geführt. Sie hat eine Stärke von 57 Mitgliedern. Der Ortsgruppe Tewel ist der mitgliederstarke NSDAP-Stützpunkt Schwalingen zugeordnet. Auch in Neuenkirchen hatte sich 1930 eine Ortgruppe gebildet, deren Mitgliederstärke im Dezember 1931 mit 64 angeben wird. Leiter der NSDAP-Ortsgruppe Neuenkirchen ist der Gärtner August Baden, Jahrgang 1899. Ihm sind auch die Stützunkte Brochdorf, Drögenbostel-Behningen und Ilhorn-Sprengel unterstellt. Mitte der 1930er Jahre wird der NSDAP-Stützpunkt Schwalingen aus der Ortsgruppe Tewel ausgegliedert und der Ortsgruppe Neuenkirchen zugeordnet.
Friedrich Hoops 1892 - 1975
NSDAP-Stützpunkt Schwalingen. Aus dem Dachfenster weht die Parteifahne. Quelle: KF 2018
Schon in den frühen 1920er Jahren gründete die Parteiführung des NSDAP eine eigene Ordnungstruppe. Ihre Aufgabe war es, die Organisationsstandorte und öffentliche politische Veranstaltungen der Partei vor Störungen durch den „politischen Gegner“ zu schützen. Dieser „Saalschutz“ entwickelte sich im Laufe weniger Jahre zur militärisch organisierten „Sturmabteilung SA“ der NSDAP mit 4,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 1934. Die SA sicherte mit dieser Kampfkraft und allgegenwärtigen uniformierten Präsenz die politische Machtübernahme der NSDAP im Deutschen Reich. Jedweder Widerstand wurde auf allen Ebenen nicht selten auch brutal unterdrückt. Dem von der Parteiführung angeordneten gezielten Erstarken der politischen Aktivitäten der NSDAP auf dem Lande, besonders im Gau Osthannover, Ende der 1920er Jahre, folgte der Aufbau der loalen Parteiorganisation durch vielfache Gründung von Ortsgruppen. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Strukturen der Sturmabteilung SA in unserem Raum. Im Nachbardorf Tewel formiert sich bald der Sturm 11 unter der Führung von dem in Lünzen-Bult geborenen Wihelm Schröder, Jahrgang 1897 (zwei seiner Brüder sind in Schwalingen verheiratet). Der Zulauf auch aus den umliegenden Dörfern ist beträchtlich, eine Reiter-SA wird gegründet. 1933 ist die SA-Organisation in unsere Gegend so stark gewachsen, dass eine Umorganisation erforderlich wird. Die SA-Brigade 60 mit Sitz in Uelzen gründet die Standarte 215: Sie umfasst alle SA-Männer in den Kreisen Soltau und Fallingbostel, etwa 3200 Mann. Ihr Führer wird der zum Obersturmbannführer beförderte Wilhelm Schröder aus Tewel.
Willy Dittmers (1905-1983) 1934 SA-Rottenführer Willy Dittmers, vl 1934 SA-Propaganda-Musikkorps 1934 SA-Spielmannszug  der Standarte 215 mit Hermann von Frieling 1942 Luftwaffen-Unteroffizier Hermann von Frieling - 2026